Wer den Wurzeln der abendländischen Zivilisation auf die Spur kommen möchte, den führt sein Weg eines Tages nach Ägypten, wo eine über fünftausendjährige Geschichte auf ihn wartet. Die wichtigsten Höhepunkte im Land der Sonne sind das pulsierende Kairo, der berühmte Nilabschnitt zwischen Luxor und Assuan und der Nassersee mit der ägyptischen Tempelanlage schlechthin: Abu Simbel.
Hier geht es zu den Viking Flusskreuzfahrten durch Ägypten.
Die Geschichte Ägyptens
Die ägyptische Schriftsprache der Hieroglyphen stammt vermutlich aus der Zeit 3200 bis 3000 v.Chr.
Die reiche, entwickelte Hochkultur Ägyptens begann um 3000 v.Chr., als Ober- und Unterägypten von Pharao Menes in einem Königreich vereint wurden. Menes soll in Memphis residiert haben, und insgesamt soll es 31 Pharao-Dynastien gegeben haben.
Die Geschichte wird in die folgenden Perioden eingeteilt: die frühdynastische Zeit (Dyn. 1-2); das Alte Reich (Dyn. 3-6), aus dem die Pyramiden und die große Sphinx in Gizeh stammen; die Erste Zwischenzeit (Dyn. 7-10), eine dunkle und schwere Zeit, in der Hunger grassierte und viele Tempel und Monumente zerstört wurden; das Mittlere Reich (Dyn. 11-13), eine Zeit des Wohlstands; die Zweite Zwischenzeit (Dyn. 14-17), eine wiederum schwere Zeit, als die aus Asien stammenden Hyksos das Land eroberten; das Neue Reich (Dyn. 18-20) mit so berühmten Pharaonen wie Ahmose I., Hatschepsut, Thutmosis III., Tutanchamun, Ramses I. und Ramses XI; die Dritte Zwischenzeit (Dyn. 21-25), als das Land von den Nubiern und Assyrern beherrscht wurde; die Spätzeit (Dyn. 26-31), während der Ägypten von den Persern beherrscht wurde, bis Alexander der Große das Land um 330 v.Chr. eroberte und hellenisierte; und schließlich die letzte, die ptolemäische Dynastie. 30 v.Chr. wurde Ägypten römische Provinz. Mit der Teilung des Römischen Reichs kam das Land im Jahr 395 n.Chr. unter byzantinische Herrschaft und verlor seine wirtschaftliche Bedeutung.
Die Landschaften entlang des Nils und des Nassersees in Ägypten
Eine Kreuzfahrt auf Nil und Nassersee ist ein unvergleichliches Erlebnis. Während man auf dem Leben spendenden Nass dahin gleitet, wechseln sich an den Ufern karge Wüsten- mit fruchtbaren Oasenabschnitten ab. Faszinierende Farbspiele schafft auch die Sonne, die hier eine besondere Kraft hat und die uralten Tempelanlagen morgens und abends in ein faszinierendes Licht taucht.
In Ägypten können Sie zwei unterschiedliche Kreuzfahrten unternehmen: die klassische Nil-Kreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan und eine Reise über den Nassersee, den südlich von Assuan gestauten Nil. Während auf dem Nil reger Verkehr herrscht, sind auf dem Nassersee nur wenige Kreuzfahrtschiffe unterwegs.
UNESCO-Welterbe in Ägypten
Die UNESCO schützt in Ägypten mehrere Stätten des Kultur- und Naturerbes: Memphis und seine Totenstadt mit den Pyramiden von Giseh, Abusir, Sakkara und Dahschur; Theben; die nubischen Stätten von Abu Simbel bis Philae; die frühchristlichen Ruinen von Abu Mena (Kloster des Hl. Menas); islamischer Stadtkern von Kairo (allesamt seit 1979); das Katharinenkloster (seit 2002); Wadi Ad-Hitan, das Tal der Wale (seit 2005).
Städte und Sehenswürdigkeiten während der Ägypten-Reise
Kairo: Sie ist nicht nur die Hauptstadt Ägyptens. Sondern auch das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes – und insgesamt der arabischen Welt. Mit geschätzten 16 Millionen Einwohnern ist sie zudem die größte Stadt Afrikas. Doch Kairo war nicht immer die Hauptstadt Ägyptens. Einst hatte Alexandria diese Funktion inne, anschließend Fustat nahe Kairo, bis Fustat zerstört wurde.
Luxor: Die Stadt in Südägypten (Oberägypten) war einst als Theben bekannt. Theben war zur Zeit des Mittleren Reichs und des Neuen Reichs Hauptstadt und hatte auf der Höhe seiner Macht fast eine Million Einwohner. Der Name Luxor bedeutet „Paläste“, was auf die bedeutenden Tempel Luxor und Karnak verweist.
Der Tempel von Luxor, eines der imposantesten Monumente Ägyptens, liegt im Zentrum des modernen Luxors. Einst war dieser Tempel das Herz der Hauptstadt Theben und durch die Allee der Sphingen mit dem 2,5 km entfernten Karnak verbunden. Der Tempel von Luxor geht auf Rames II. und Amenophis III. zurück und war Schauplatz aufwändiger und mehrere Tage andauernder Opferfeste.
Die "Tempelstadt" Karnak war Jahrhunderte lang religiöses Zentrum des Pharaonenreiches. Die größte Tempelanlage Ägyptens beherbergt mehrere Tempel und Heiligtümer. Mit den Tempeln von Luxor und Karnak und den Nekropolen am Westufer des Nils, dem Tal der Könige und dem Tal der Königinnen, ist Luxor eines der weltgrößten Freiluftmuseen.
Edfu: In pharaonischer Zeit war Edfu Hauptstadt des zweiten oberägyptischen Gaus. Heute ist er das Zentrum eines weiten landwirtschaftlichen Einzugsgebiets. Berühmt ist Edfu insbesondere für den Horus-Tempel, der nach 180-jähriger Bauzeit 57 v. Chr. fertiggestellt wurde. Er gilt als besterhaltener Tempel Ägyptens, und seine überdachte Säulenhalle ist von mystischem Licht erfüllt. Weitere Höhepunkte des Tempels bieten die große Horus-Falken-Statue, der von mächtigen Säulenhallen umgebene Vorhof und der elegante Reliefschmuck.
Kom Ombo: Die 40 km nördlich von Assuan liegende Stadt Kom Ombo ist das Zentrum der oberägyptischen Zuckerproduktion und zentraler Marktflecken für die in der Umgebung angesiedelten Nubier. Trotz der 70 000 Einwohner herrscht in der Stadt eine ländliche Atmosphäre. Berühmt ist Kom Ombo für seinen Tempel. Das Doppel-Heiligtum liegt unmittelbar am Wasser und ist dem Krokodilgott Sobek und dem falkenköpfigen Haroeris gewidmet. Da die beiden Götter in unterschiedlichen Riten verehrt wurden, konstuierten die ptolemäischen Baumeister einen Doppeltempel mit zwei symmetrischen Hälften und zwei eigenen Eingängen, die jedoch als Einheit konzipiert sind. Bei einem Rundgang wird Sie die Einmaligkeit dieses Meisterwerks ptolemäischer Baukunst gefangennehmen.
Assuan: Ägyptens südlichste Metropole zieht sich am östlichsten Ufer des Nils entlang. Wegen ihres milden und trockenen Klimas wird sie gern asl Winterkurort aufgesucht. Assuan bietet eines der beliebtesten Fotomotive des Landes - die Feluken, die auf dem Nil vor der Kulisse der hohen Sanddüne am westlichen Flussufer kreuzen. Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Assuan gehören die Philae- und Kalabsha-Tempel sowie der Assuan-Hochdamm.
Das Tempelareal von Kalabsha liegt unweit des Hochdamms auf einer Granitkuppe. Dem Mandulis, einer nubischen Gottheit geweiht, entstand der Tempel um die Zeitwende und hat besonders interessante Reliefs und Inschriften an der Rückwand des ersten Hofes aufzuweisen. Der Tempel von Kalabsha liegt am Ufer des Nassersees und bildet zusammen mit Qertassi-Kiosk und dem Beit-el-Wali-Tempel eine imposante Anlage. Die Tempel von Philae, die heute idyllisch auf der Nilinsel Agilkia liegen, standen früher auf der Insel Philae und wären nach der Fertigstellung des Assuan-Hochdamms in den Fluten versunken, wenn man sie nicht auf die Nachbarinsel umgesetzt hätte. Dafür wurden die Monumente in einzelne Blöcke zersägt und auf der Insel Agilkia wieder aufgebaut. Das Hauptgebäude des Tempelkomplexes bildet der Tempel der Göttin Isis.
Wadi El Sebua: Sie ist die nördlichste der am Nassersee liegenden Stätten. Der Name des Tempels, der unter der Regierung Ramses II. im 12. Jh. v. Chr. erbaut wurde, bedeutet "Tal der Löwen". Dabei leitet sich der Name von der Sphingenallee ab, die zum Tempel führt. Der Tempel überrascht heute seine Besucher mit Wandreliefs, deren Bemalung teilweise noch original erhalten ist. Und seine abgeschiedene Lage mitten in der Wüste, ohne Souvenirsstände und Wächter, erlaubt den Touristen die Illusion, sie seien Entdecker der Stätte.
Amada: Die Tempel von Amada und ed-Derr sowie das Felsgrab des Pennut sind in den Jahren 1964-1965 von ihren ursprünglichen Standorten weggebracht worden, da sie sonst von den Wassermassen des Nassersees überflutet worden wären. Der Wiederaufbau fand in Neu-Amada statt.
Der Tempel von Amada ist den Göttern Amin-Re und Re-Harachte gewidmet. Der 10 Meter breite und 24 Meter lange Tempel ist das älteste der nubischen Monumente am Nassersee und gehört bezüglich seiner Dekoration zu den schönsten Tempeln Unternubiens. Die Reliefs sind sehr sorgfältig ausgeführt und dank der Umwandlung des Tempels in eine christliche Kirche gut erhalten.
Der 37 Meter lange Felsentempel von ed-Derr ähnelt in seiner Anlage dem Tempel von Abu Simbel, entspricht jedoch in der Ausführung nicht seiner Qualität. Auch hier warten farbige Wandreliefs im Originalzustand.
Das Felsgrab des Pennut ist eine Besonderheit, da es das einzige Beispiel dieser Denkmälergattung ist, das nicht der Überflutung durch den Nassersee zum Opfer gefallen ist. Das Grab stammt von einem Beamten aus der Zeit Ramses' VI und gibt Auschluss über den damaligen Totenkult.
Kasr Ibrim: Die Festungsanlage Kasr Ibrim brauchte als einziges der Monumente entlag des Nassersees vor dessen Flutung nicht an einen höheren Standort versetzt werden, ist heute jedoch nur von Bord eines Schiffes aus zu bewundern. Bei den Ausgrabungen fand man in dieser Stadtruine altkoptische Kirchen, altägyptische Tempel, christliche Friedhöfe und Bischofs- und Priestergräber. Der größte Fund war jedoch die Entdeckung einer meterlangen Schriftrolle mit koptischen und altnubischen sowie arabisch-koptischen Texten. Genießen Sie während einer Panoramafahrt vom Sonnendeck aus die Festungsanlage, während Ihre Reiseleitung Sie in die Geschichte des gewaltigen Komplexes einweiht.
Abu Simbel: Der Ort im ägyptischen Teil Nubiens liegt rund 280 km südlich von Assuan. Bekannt ist der Ort insbesondere für seine Tempelanlage von Rames II, die wahrhaft monumental und atemberaubend ist. Im Jahre 1260 v. Chr. fertig gestellt, wird die Front des Felsentempels von vier über 20 Meter hohen Sitzfiguren, die den großen Pharao darstellen, geschmückt.
Nach der Fertigstellung des Hochdamms von Assuan wäre die Tempelanlage von Abu Simbel an ihrem ursprünglichen Standort vom Nassersee überflutet worden. In einer sehr aufwändigen und kostenspieligen Rettungsaktion von UNESCO in den 60er Jahren wurde die Anlage umgesiedelt. Die in massive Felswände gehauene Tempelanlage wurde dabei in mehr als 2000 riesige Blöcke zersägt, die jeweils rund 20 Tonnen wogen und etwa 200 Meter landeinwärts in 65 Meter höherer Lage wieder aufgebaut.
Durch die Lage des Tempels unmittelbar an den Ufern des Nassersees, lassen sich von Bord eine Kreuzfahrtschiffes aus einmalige Erinnerungsfotos schießen und im Inneren der Anlage warten Hallen und Sanktuarien darauf, von Ihnen entdeckt und bewundert zu werden.