Nicht von ungefähr ist Frankreich eines der beliebtesten Urlaubsziele unserer Zeit: Schier endlos ist die Vielfalt seiner Schönheit und Kultur, und sein sprichwörtliches "Savoir vivre", das uns Besucher die Franzosen um ihre Lebenslust und Genussfreude beneiden lässt, ist immer wieder eine Reise wert.
Hier geht es zu den Reisen von Viking Flusskreuzfahrten durch Frankreich.
Die Geschichte Frankreichs
Der Name des Landes leitet sich von den Franken, einem germanischen Stamm, ab, der Nordeuropa besetzte, nachdem das Römische Reich die Kontrolle über dieses Gebiet verloren hatte. Die Grenzen des heutigen Frankreichs entsprechen in etwa denen des alten Galliens, das Teil des Römischen Reichs war.
Eine eigenständige französische Geschichte beginnt jedoch erst mit der Aufteilung des Reichs Karls des Großen zwischen dessen Enkeln in Ost-, Mittel- und Westfranken mit dem Vertrag von Verdun im Jahre 843. Im Mittelalter blühten in Frankreich die Städte, die gotische Architektur und die Scholastik auf. Doch auch der Hundertjährige Krieg wütete im Land (1337-1453) und es gab Teilnahmen an verschiedenen Kreuzzügen.
Ihren Höhepunkt erreichte die königliche Monarchie im 17. Jahrhundert unter der Herrschaft von Ludwig XIV, dem sog. „Sonnenkönig“. Er wurde zusammen mit seiner Frau Marie Antoinette, einer Habsburgerin aus Österreich, und Tausenden Bürgern während der Französischen Revolution (1789-1799) exekutiert. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ lautete der Wahlspruch Revolution, die zu den folgenreichsten Ereignissen der neuzeitlichen europäischen Geschichte gehört. Der feudalabsolutistische Ständestaat sollte abgeschafft und die Ideen der Aufklärung, darunter Menschen- und Bürgerrechte, verwirklicht werden.
1799 kam Napoleon an die Macht und baute die Macht Frankreichs in Europa aus. Auch nach der Wiederherstellung der Monarchie dehnte Frankreich seine Macht weiter aus, eroberte Kolonien und erhob Anspruch auf das gesamte Rhein-Westufer (sog. Rheinkrise).
Heute ist Frankreich ein führendes Mitglied der Europäischen Union und hat laut Weltgesundheitsorganisation das beste Gesundheitssystem der Welt.
Die Landschaften entlang der Rhône und Seine in Frankreich
Die Seine: Der zweitlängste Fluss Frankreichs, die Seine, fließt durch den Norden des Landes. Sie entspringt im Burgund, fließt von Ost nach West und mündet bei Le Havre in den Ärmelkanal. Ihre Uferpromenade in Paris steht als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO.
Neben Paris sind Troyes und Rouen wichtige Städte an ihren Ufern. Bis Rouen, das 120 Kilometer im Landesinneren liegt, können Seeschiffe die Seine befahren.
Die Rhône: Bis die Rhône Frankreich erreicht, hat sie schon wunderschöne Landschaften hinter sich: zum Beispiel die Schweizer Berge und den Genfer See.
Nachdem sie in Lyon die Saône in sich aufgenommen hat, fließt sie in Richtung Süden auf das Mittelmeer zu. Im Mündungsgebiet der Rhône in das Mittelmeer liegt die Camargue, die für ihre Pferde, Stiere, Sumpf- und Wasservögel, zum Beispiel Flamingos, Reiher und Löffler, bekannt ist. Berühmt ist die Rhône auch für ihre Weine, die in Frankreich südlich von Lyon sowie bei Châteauneuf-du-Pape gut gedeihen.
UNESCO-Welterbe in Frankreich
Die UNESCO schützt in Frankreich zahlreiche Stätten des Kultur- und Naturerbes: Schloss und Park von Versailles; Mont-Saint-Michel und seine Bucht; Kathedrale Notre-Dame de Chartres; Kirche und Hügel von Vézelay; Grotten des Vézère-Tals (allesamt seit 1979); Schloss und Park von Fontainebleau; römische und romanische Denkmale von Arles; Amphitheater und Triumphbogen von Orange; Zisterzienserkloster von Fontenay; Kathedrale von Amiens (allesamt seit 1981); Königliche Saline in Arc-et-Senans (seit 1982); die Plätze Stanislas, de la Carrière, d’Alliance in Nancy; die Kriche von Saint-Savin; Kap Girolata, Kap Porto, Calance und der Naturpark Scandola auf Korskia (allesamt seit 1983); Römisches Aquädukt Pont du Gard (seit 1985); die Grande Ile von Straßburg (seit 1988); die Ufer der Seine in Paris; die Kathedrale Notre Dame, Basilika Saint-Remi und Palast von Tau in Reims (allesamt seit 1991); die Kathedrale von Bourges (seit 1992); die Altstadt von Avignon (seit 1995); den Canal du Midi (seit 1996); Altstadt und Stadtmauer von Carcassonne; Mont Perdu in den Pyrenäen (allesamt seit 1997); historische Stätten von Lyon (seit 1998); den Jakobsweg in Frankreich (seit 1998).
Städte und Sehenswürdigkeiten entlang Seine, Rhône und Sâone in Frankreich
Arles: Die Stadt mit großer Vergangenheit liegt an der Rhône südlich der Stelle, wo sich der Strom in die Grand Rhône (östlich) und die Petit Rhône (westlich) teilt. Die beiden Flussarme schließen die von Tümpeln und Seen durchzogene Landschaft der Camargue ein, bevor sie ins Mittelmeer münden.
Von der einstigen Bedeutung Arles zeugen etliche kunstvolle Bauwerke der Antike und des frühen Christentums. Diese, und das schöne Land um Arles herum, zog viele Maler des Impressionismus an, unter ihnen van Gogh, Gauguin und Picasso. Van Gogh lebte zwei Jahre hier, und sein bekanntestes Motiv, die kleine Zugbrücke von Langlois, überspannt noch immer den Canal de Marseille au Rhône.
Avignon: Dank seiner berühmten Brücke, der damals einzigen Möglichkeit zur Überquerung der Rhône im südlichen Rhônetal, ist Avignon seit dem 12. Jh. ein wichtiges Handelszentrum. Historische Bedeutung gewann die Stadt im 14. Jh. als Papstsitz. So gründete hier Innocent VI. am Fuße der gewaltigen Festung Fort Saint André das größte Kartäuserkloster Europas. Avignon zeichnet sich durch ein reges kulturelles Leben aus und ist jedes Jahr im Juli Schauplatz des größten Theaterfestivals der Welt.
Das Burgund ist heute weltweit für seine hervorragenden Rot- und Weißweine bekannt. Die Geschichte der Kelterkunst geht bis in das Jahr 280 zurück. Im Burgund liegen fünf der besten französischen Weinbaugebiete: im Norden Chablis, die in der Mitte Côte d' Or, südlich sich anschließend die Gebiete Chalonnais, Mâconnais und Beaujolais. Die vier Hauptrebsorten sind Pinot Noir und Gamay für den Rotwein sowie Chardonnay und Aligoté für den Weißwein. Neben der Weinwirtschaft kommt im Burgund der Viehzucht eine große Bedeutung zu. Gezüchtet werden vor allem die regionstypischen Charolais-Rinder und Bressehühner.
Beaune: Beaune ist eine Stadt in der Region Burgund und das Zentrum des Weinbaugebietes der Côte de Beaune. Eine Weinprobe gehören hier genauso zu einem Höhepunkt wie die zahlreichen prächtigen Gebäude aus Spätmittelalter, Renaissance und Barock, die eine große Vergangenheit der Stadt bezeugen.
Châlon-sur-Saône: Die 300 v. Chr. gegründete Stadt liegt am Ufer der Saône und am Endpunkt des Canal du Centre. Nach Dijon ist Chalon-sur-Saône die zweitgrößte Stadt der Region Burgund. Am bekanntesten ist die Stadt als Geburtsort der Fotografie (Heliografie). Davon zeugt ads Museum am Quai des Messageries, das mehr als 2 Millionen Fotografien und viele Artefakte, Kameras und andere Ausrüstungsgegenstände enthält.Neben dem Museum sind auch die Kathedrale St. Vincent sowie die, auf einer Insel in der Saône liegenden, Tour du Doyenné aus dem 15. Jh. und das Hôpital aus dem 16. Jh. absolut sehenswert.
Cluny: Cluny war im Mittelalter eines der bedeutendsten christlichen Klöster der Welt. Heute sind hier neben den Abteil-Ruinen 120 romanische Häuser und eine Altstadt aus dem 12. Jahrhundert zu bewundern. Die Abtei selbst wurde zwischen 1088 und 1130 auf den Grundmauern der Kirchen St. Pierre and St. Paul erbaut und hatte einst eine Gesamtlänge von 187 Metern. Sie verfügt über 5 Kirchenschiffe, 2 Querschiffe, 7 Glockentürme, 300 Fenster und 225 Chorstühle. Während der französischen Revolution wurde das Kloster weitgehend zerstört. Erhalten geblieben sind der massive Glockenturm und das gesamte Süd-Querschiff, die von der einstigen Pracht dieses Bauwerks zeugen.
Conflans: Conflans liegt – sicher vor dem Hochwasser – auf einer felsigen Anhöhe. Durch seine geographische Lage am Zusammenfluss von Seine und Oise wurde Conflans im 19. Jahrhundert eine wichtige Station für die Schifffahrt und ist heute noch ein Treffpunkt für die Binnenschiffer, die zahlreich an den Ufern anzutreffen sind und sich mit der Schiffskapelle „Je Sers“ verbunden fühlen. Hinter der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert lagen früher die Wohnsitze mächtiger Herren und wohlhabender Bürger. Heute heißt Conflans seine Gäste mit einem Labyrinth aus engen Straßen und reichhaltigem Blumenschmuck willkommen.
Giverny: Giverny ist unweigerlich mit dem berühmten Impressionisten Claude Monet verbunden, der hier einen Großteil seines Lebens verbrachte. Sein Sohn vermachte den Besitz 1966 der Akademie der Schönen Künste. 1980 wurden Haus und Garten nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten als Museum eröffnet.
Honfleur: Honfleur, das einstige Mekka der Impressionisten, liegt an der Mündung der Seine in den Ärmelkanal. Im 19. Jahrhundert wurde die Hafenstadt mit ihren pittoresken, schmalen und sechs Stockwerke hohen Häuser und der Lieutenance (dem Rest einer Befestigungsanlage) am Vieux Bassin (Altes hafenbecken) zum Zentrum künstlerischer Aktivitäten.
Les Andelys: Die Ruine des Château Gaillard, eine majestätische Festung aus dem 12. Jh., überragt das Dorf Les Andelys. Sie wurde von Richard Löwenherz, König von England und Herzog der Normandie, 1196 zur Verteidigung des Seine-Tales gegen den König von Frankreich, Philippe Auguste, errichtet. 1204 belagerten die Franzosen die Burg und eroberten sie.
Neben seiner historischen und kriegerischen Bedeutung hat Les Andelys aber noch ein anderes Gesicht: Der Ort wurde zum Anziehungspunkt zahlreicher Maler und Schriftsteller: von Ingres, Balzac, Hugo, Daubigny, Monet und Signac bis Leger. Alle diese Meister kamen nach Les Andelys, um sich hier inspirieren zu lassen.
Lyon: Lyon ist die zweitgrößte Industrie- und Handelsmetropole Frankreichs und Hauptstadt des Departements Rhône. Das ehemals römische „Lugdunum“ ist seit Alters her ein Zentrum der Textilindustrie, vor allem der Seidenweberei. Der Hauptteil der Stadt liegt auf der rund 5 km langen Halbinsel zwischen Rhône und Saône. 1998 wurden der Hügel von Fourvière, Alt Lyon, der Hügel von Croix Rousse und die Halbinsel von der UNESCO als einzigartige architektonische Einheit anerkannt und zum Weltkulturerbe erklärt. Zu den berühmtesten Söhnen Lyons zählen Antoine de Saint Exupéry, dessen Werk „Der kleine Prinz“ weltweit verlegt wurde, und Paul Bocuse, weltbekannter Sternekoch. Nicht von ungefähr entwickelte sich die Stadt also auch zu einem Mekka für Gourmets.
Paris: Paris gehört ohne Frage zu den schönsten Städten der Welt und ist natürlich auch ein Höhepunkt jeder Seine-Kreuzfahrt. Die Metropole fasziniert mit ihrer Lebensart und den Gegensätzen zwischen weltberühmten historischen Bauten und moderner Architektur. Ihre Wiege stand auf einer Seine-Insel, der „Île de la Cité“. Sie wurde von den Parisii, einem keltischen Volk, bewohnt, ehe die Römer sie 52 v. Chr. vertrieben. Heute steht hier, im Zentrum der Stadt, eines ihrer bekanntesten Wahrzeichen: die mächtige Kathedrale Notre Dame, ein frühes Meisterwerk der Gotik, das wie ein Schiff im geteilten Strom zu schwimmen scheint.
Rive Gauche, die links der Seine gelegenen Stadtteile, bilden das „Paris des Geistes“. Hier entstand bereits im Mittelalter die erste Universität Frankreichs, und hier trafen sich die Existenzialisten der Nachkriegsära in den unzähligen Literatencafés.
Rive Droite, das Paris rechts der Seine, ist hingegen seit jeher vom Handel geprägt. Davon zeugen die Einkaufspassagen des 19. Jh. ebenso wie die imposanten Konsumtempel aus jüngster Zeit. Zukunftsweisend wirken die Bastille-Oper, die 1989 ihre Pforten geöffnet hat, und die gläserne Pyramide des Louvre, die einen gewagten futuristischen Akzent vor historischer Kulisse setzt.
Rouen: Obwohl Rouen noch rund 120 km vom Ärmelkanal entfernt liegt, ist die Stadt der fünftgrößte Seehafen Frankreichs. Die Anfahrt führt vorbei an weißen Kreidefelsen und kleinen Fachwerkstädtchen. Die Schiffe ankern beinahe im Schatten der Kathedrale von Rouen. In den alten Gassen stehen noch zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 15. und 16. Jh. Die durch die Bombenangriffe von 1944 schwer zerstörten Häuser wurden wieder aufgebaut und liebevoll restauriert.
Tournon: Seit dem Mittelalter thront das Schloss von Tournon auf einem Felsen über der Rhône. Als wehrhafter Feudalsitz, der in der Renaissance erweitert und verschönert wurde, schützte es die Stadt vor unwillkommenen Besuchern – und diente bis 1926 als Gefängnis. Heute beherbergt das Schloss ein Museum.
Im 16. Jh. erlebte die Stadt eine intellektuelle Blüte: 1536 gründete der Kardinal von Tournon ein Kollegium, das sich in den 76 Jahren seines Bestehens zu einer Universität entwickelte und die Studenten von weither anzog. Dazu kam noch ein Zentrum der Buchdruckkunst, das mehr als ein Jahrhundert florierte. Heute ist Tournon eine dynamische Stadt mit mehr als 10.000 Einwohnern.
Vernon: Das nordfranzöische Vernon liegt im Seinetal zwischen Paris und Rouen und ist für seine schöne Lage inmitten der Natur und für die zahlreichen Wälder in der Umgebung bekannt. Die Stadt wurde von Rollon, dem ersten herzog der Normandie, im 9. Jh. gegründet. Die reizvolle alte Stadt Vernon beeindruckt besonders durch ihre malerischen Fachwerkhäuser – manche davon mit herrlichen Holzschnitzereien – und die gotische Stiftskirche Notre Dame.
Vienne: In über 2000 Jahren ist Vienne zwischen der Rhône und ihren Anhöhen gewachsen. Die gallo-romanische Vergangenheit ist in der ganzen Stadt spürbar; das archäologische Museum etwa steht auf den Trümmern eines Viertels der antiken Stadt. Auch das Mittelalter hat in ihren Mauern zahllose Spuren hinterlassen: Vor allem die alten Stadtteile im Zentrum enthalten herrliche Beispiele romanischer und gotischer Denkmäler. Doch Vienne lebt nicht nur in der Vergangenheit. Lebensfreude und mediterranes Ambiente spiegeln sich besonders in den vielen kleinen Bars und Restaurants und den zahlreichen modernen Geschäften wider.
Viviers: An den Ufern der Rhône, im Département Ardèche gelegen, befindet sich das kleine französische Städtchen Viviers. Im 5. Jahrhundert wurde es zum Bischofsitz und die erste Kathedrale wurde erbaut. Vom 12. bis 14. Jahrhundert war Viviers Teil des germanischen Kaiserreiches und kehrte im Jahr 1307 unter französische Herrschaft zurück, seitdem wuchs es beträchtlich. Heute gehört Viviers mit seinem beeindruckenden historischen Stadtbild zum Weltkulturerbe. Besonders sehenswert ist die berühmte, aus dem 12. Jahrhundert stammende Kathedrale Saint-Vincent.