Die Bezeichnung Deutschland wird seit dem 15. Jahrhundert verwendet. Als Staat existiert es erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Die landschaftliche Vielfalt - von der rauen See im Norden, den Hügeln, Seen und Flüssen im Inland bis zu den Alpen im Süden - hat im Laufe der Jahrhunderte einen starken Einfluss auf die Lebensweise der Menschen gehabt. Diese Einflüsse machen den Reiz einer Deutschlandreise aus.
Hier geht es zu den Reisen von Viking Flusskreuzfahrten durch Deutschland.
Die Geschichte Deutschlands
Erste schriftliche Erwähnung fanden keltische und germanische Stämme bei den Griechen und Römern in der vorchristlichen Zeit. Um 500 v. Chr. war das heutige Süddeutschland keltisch und das heutige Norddeutschland germanisch besiedelt. Die Germanen wanderten im Laufe der Jahrhunderte südwärts, so dass um Christi Geburt die Donau die ungefähre Siedlungsgrenze zwischen Kelten und Germanen war. Von etwa jetzt an bis 455 n.Chr. gehörten Teile des heutigen Deutschlands zum Römischen Reich. Die Römer gründeten viele Legionslager, die sich zu Städten entwickelten. Wichtige Städte zu römischer Zeit waren Köln, Trier, Mainz und Augsburg.
Während des Heiligen Römischen Reichs (962-1806) war das Land ein supranationaler Verband souveräner großer und kleiner Territorien sowie Freier Reichsstätte. Nach der Reformation und dem Dreißigjährigen Krieg hatte der Kaiser nur noch eine formale Machtstellung. Im 17. und 18. Jahrhundert öffnete man sich dem aus Frankreich kommendem philosophischen Zeitgeist, dem aufgeklärten Absolutismus, der einzelne Fürstentümer zu modernen Staaten werden ließ. Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoleon in seinen Eroberungskriegen Mitteleuropa eroberte und der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, Franz II, seine Krone niederlegte.
Von 1871 bis 1918 war die Phase des Deutschen Kaiserreichs. Sein erster Reichskanzler wurde Otto von Bismarck, der die Politik des monarchischen Staats stützte und versuchte, die Arbeiter durch eine Sozialgesetzgebung an den Staat zu binden.
Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) gab es auf deutscher Seite große Verluste. Mehr als 2 Mio. deutsche Soldaten und 800.000 Zivilisten starben auf den Feldern und durch Hunger. Mit der sich anschließenden Weimarer Republik endete die Monarchie im Deutschen Reich, und der Vertrag von Versailles sah erhebliche Reparationsleistungen von Deutschland vor – ein fruchtbarer Boden für die Nationalsozialisten, die 1933 mit Hitler an die Macht kamen. Nach der Kapitulation Deutschlands und dem Ende des Zweiten Weltkriegs und blieb Deutschland von den alliierten Siegermächten (USA, Großbritannien, Frankreich, Sowjetunion) besetzt. 1949 wurden zwei deutsche Staaten gebildet: im Westen die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und im Osten die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Während sich die BRD in Nato und auf Europa-Ebene engagierte, bildete die DDR die „Frontlinie“ des Warschauer Pakets. Die Beendigung des Kalten Kriegs ermöglichte schließlich die Wiedervereinigung von BRD und DDR 1990.
Viele große, weltweit bekannte Namen kommen aus Deutschland: einige der wichtigsten Philosophen (Kant, Hegel, Marx, Engels, Schopenhauer, Nietzsche, Heidegger), Mathematiker und Wissenschaftlicher (Gauß, Leibniz, Planck, Einstein, Heisenberg, Röntgen), Erfinder und Unternehmer (Gutenberg, Geiger, Zeppelin, Daimler, Diesel, Benz), Künstler (Dürer, Ernst), Filmemacher (Murnau, Lang, Herzog, Wenders, Fassbinder), Schriftsteller (Goethe, Hesse, Brecht, Mann) und Komponisten (Beethoven, Bach, Brahms, Wagner). Heute ist Deutschland ist eine führende Industrienation, eine der größten Exportmächte und führender Hersteller von hochqualitativen Automobilen und Technologien.
Die Landschaften entlang Rhein, Main, Mosel in Deutschland
Die Flüsse in Deutschland sind seit jeher wichtige Verkehrswege, insbesondere Donau und Rhein.
Der Rhein
Der Rhein ist eine modern ausgebaute Wasserstraße, die zu den am meisten befahrenen der Welt zählt. Er wird nicht nur von Kreuzfahrtschiffen, sondern auch von Frachtschiffen intensiv genutzt. Seine Bedeutung stieg noch, als der Main-Donau-Kanal fertig gestellt wurde. Der Main-Donau-Kanal ermöglicht im weiteren Sinne eine schiffbare Verbindung von der Nordsee bei Rotterdam bis zum Schwarzen Meer bei Konstanza, von der schon Karl der Große vor 1200 Jahren träumte. Daher wird der Kanal auch als Rhein-Main-Donau-Kanal oder Europa-Kanal bezeichnet. Er ist rund 171 Kilometer lang und verbindet als Bundeswasserstraße seit 1992 den Main bei Bamberg mit der Donau bei Kehlheim.
Wer auf dem Rhein kreuzt, lernt viele unterschiedliche Landschaftsformen kennen. Die markantesten sind das Romantische Mittelrheintal mit seinen Weinbergen, Felsen und Schluchten sowie die niederländischen Polderlandschaften, die das Auge weit schweifen lassen.
Der Main
Der längste rechte Nebenfluss des Rheins fließt entlang mehrerer fränkischer Mittelgebirge, historischer Kleinstädte und das fränkische Weinbaugebiet – und bietet damit wunderschöne Ausblicke vom Kreuzfahrtschiff aus. Kurz oberhalb der Mündung in den Rhein windet er sich durch die Main-Metropole Frankfurt.
Die Mosel
Auch wenn die Mosel unbeschreiblich schön und lieblich ist, zählt sie zu den am meisten befahrenen Wasserstraßen Europas. Sie ist der längste deutsche Nebenfluss des Rheins und vor allem für seine schönen Windungen, die historischen Ortschaften und die Weinberge an seinen Ufern bekannt. Schiffbar gemacht wurde die Mosel durch den Moselvertrag von 1956 auf der Strecke von Koblenz bis ins französische Metz.
UNESCO-Welterbe in Deutschland
Die UNESCO schützt in Deutschland zahlreiche Stätten des Kultur- und Naturerbes: Aachener Dom (seit 1978); Dom zu Speyer (seit 1981); Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz (seit 1981); Wallfahrtskirche in der Wies (seit 1983); Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl (seit 1984); Dom St. Mariae und Michaeliskirche in Hildesheim (seit 1985); Porta Nigra, Amphitheater, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, Barbarathermen, Römerbrücke, Igeler Säule, Dom und Liebfrauenkirche in Trier (seit 1986); Hansestadt Lübeck mit Holstentor (seit 1987); Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin (seit 1990); Abtei und Altenmünster des Klosters Lorsch (seit 1991); Bergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar (seit 1992); Stadtkern Bamberg; Kloster Maulbronn (allesamt seit 1993); Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg; Völklinger Hütte (allesamt seit 1994); Grube Messel (seit 1995); Kölner Dom; Bauhaus-Stätten in Dessau und Weimar; Martin-Luther-Stätten in Eisleben und Wittenberg (allesamt seit 1996); Ensemble Klassisches Weimar (seit 1998); Museumsinsel in Berlin; Wartburg bei Eisenbach (allesamt seit 1999); Dessau-Wörlitzer Gartenreich; Klosterinsel Reichenau im Bodensee (allesamt seit 2000); Zeche Zollverein und Kokerei Zollverein in Essen (seit 2001); Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal zwischen Bingen am Rhein und Koblenz; die historischen Altstädte von Stralsund und Wismar (allesamt seit 2002); Bremer Rathaus und Bremer Roland; Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau (allesamt seit 2004); Obergermanisch-Raetischer Limes (seit 2005); Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof (seit 2006); Wohnsiedlungen der Berliner Moderne (seit 2008); Wattenmeer der Nordsee (seit 2009).
Städte und Sehenswürdigkeiten an Rhein, Main und Mosel in Deutschland
Bamberg: Bamberg wird auch das „fränkische Rom“ genannt und ist eine Stadt mit ursprünglichem Charakter und einer ganz besonderen Atmosphäre – 1000 Jahre Geschichte vereint in einem städtebauhistorischen Gesamtkunstwerk europäischen Rangs! Nicht ohne Grund hat die UNESCO der gesamten Bamberger Altstadt den Titel „Weltkulturerbe“ verliehen.
Bernkastel-Kues: Das bekannte weinkulturelle Zentrum an der Mittelmosel, Bernkastel-Kues, ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und Geburtsort eines der bekanntesten deutschen Universalgelehrten, des mittelalterlichen Kirchenmanns und Philosophen Nikolaus von Kues. Besonders sehenswert in Bernkastel ist der mittelalterliche Marktplatz mit seinen Giebelfachwerhäusern aus dem 17. Jahrhundert, unter denen das aus dem Jahre 1416 stammende schmale Spitzhäuschen besonders hervorsticht. Im gegenüber liegenden Stadtteil Kues ist der Besuch des historischen Gewölbekellers des St. Nikolaus-Hospitals absolut empfehlenswert. Er beherbergt eine gut sortierte Vinothek, die mit über 160 Weinen das gesamte Spektrum der umliegenden Weinregionen abdeckt.
Bonn: Bonn kann auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurückblicken und gehört damit zu den ältesten Städten Deutschlands. Von 1597 bis 1794 war sie Residenz der Kölner Kurfürsten, und im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Universität Bonn zu einer der bedeutendsten deutschen Hochschulen. Von 1949 bis 1990 war Bonn Hauptstadt und bis 1999 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland. Die bekannteste Persönlichkeit der Stadt ist Ludwig van Beethoven, der 1770 in Bonn zur Welt kam.
Braubach: Braubach liegt im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal und ist besonders durch die Lage unterhalb der Marksburg, der einzigen nie zerstörten Burg am Mittelrhein, bekannt geworden. Gut 170 m über der Stadt Braubach erhebt sich die Marksburg. Sie hat ihren Namen von einer Kapelle, die dem Evangelisten Markus geweiht ist und sich im Kaiser-Heinrich-Turm befindet. Einen Besuch lohnt die Marksburg vor allem deshalb, weil sie die einzige nie zerstörte Höhenburg am Mittelrhein und somit eine „Ritterburg wie aus dem Lehrbuch“ ist – und Besuchern einen Einblick in die Welt des Mittelalters ermöglicht. Die mittelalterliche Wehranlage besteht aus Bergfried, mehreren Baugruppen, Zwingern und Bastionen aus dem 14. Jahrhundert. Zu sehen sind auch typische Innenräume wie Burgküche, Rittersaal, Kemenate, Kapelle, Rüstkammer, Weinkeller, Wehrgänge und Turmstuben. Außergewöhnlich ist auch die Lage: Die Festung ruht auf einem Felskegel.
Cochem: Im Jahre 1332 erhielt Cochem, dessen heutige Stadtteile an beiden Moselufern liegen, Stadtrechte. Doch schon zu Zeiten der Kelten und der Römer war Cochem besiedelt. Die Stadtbefestigung, die im 14. Jh. entstand, ist noch heute zu sehen – wenngleich im Zweiten Weltkrieg große Teile der Cochemer Altstadt zerstört wurden. Die Reichsburg, die über der Stadt thront, ließ Jacob Frederic Louis Ravené wieder aufbauen, nachdem er sie 1866 als Ruine erworben hatte.
Düsseldorf: Düsseldorf, die lebendige und moderne Hauptstadt Nordrhein-Westfalens, vereinigt rheinische Fröhlichkeit und weltoffenen Charme und bietet dem Touristen viele attraktive Möglichkeiten. Die Königsallee, die die Einheimischen liebevoll „Kö“ nennen, ist eine der elegantesten Einkaufsstraßen Europas, obwohl sie nur 800 m lang ist. Und wussten Sie, dass Heinrich Heine, der deutsche Dichter und Kritiker, 1797 in der Altstadt Düsseldorfs geboren wurde, wo es heute die „längste Theke der Welt“ gibt?
Heidelberg: Das Stadtbild Heidelbergs, der bekannten Universitätsstadt und einstigen Residenz der Pfälzer Kurfürsten, wird von seinem berühmten Schloss bestimmt. 1386 gründete Pfalzgraf Ruprecht I. die Universität, und mit ihm begann auch die Baugeschichte des Schlosses. Seit seiner Zerstörung durch die Franzosen im Jahre 1689–1693 ist es zwar eine Ruine geblieben, seine Lage, Größe und malerische Schönheit machen es aber zu einer der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.
Heidelberg ist für seine romantische Altstadt und die traumhafte Lage am Neckar bekannt. Als Sitz der Max-Planck-Institute für Kernphysik, medizinische Forschung, Astronomie und ausländisch-öffentliches Recht genießt die Stadt aber auch einen ausgezeichneten wissenschaftlichen Ruf.
Kehl: Kehl liegt am Rhein gegenüber von Straßburg. Die Stadt war oft, als ehemaliger Brückenkopf zu den linksrheinischen Gebieten, ein Ort kriegerischer Handlungen und wurde mehrfach zerstört. Die Struktur der Stadt und etliche Gebäude sind stark von der Handschrift Friedrich Weinbrenners geprägt.Als Wahrzeichen der Stadt gilt der Wasserturm. Aber auch das Rathaus von Kehl zählt zu den schönsten Beispielen der Verquickung Klassizismus-Neoklassizismus in Baden.
Koblenz: Wo Rhein und Mosel zusammenfließen, errichteten die Römer in den Jahren 14–37 n. Chr. ein Lager. An die Stelle des zerstörten Römerkastells trat 1276–89 eine Burg, die später zum kurfürstlichen Schloss ausgebaut wurde. Dicht daneben entstand zwischen 1332 und 1338 die Balduinsbrücke, die bei der Moselregulierung einige ihrer 14 Bögen einbüßte. Seine Glanzzeit erlebte Koblenz im 12.–14. Jh. Ihr entstammen eindrucksvolle Profan- und Sakralbauten, die das Bild der Stadt bis heute bestimmen. Im 17. Jh. zur Barockzeit folgte dann eine zweite Blüte, die Koblenz nicht minder geprägt hat. Gründerzeitlich geht es dagegen am berühmten Deutschen Eck zu: Hier erinnert das Denkmal der Deutschen Einheit mit Kaiser Wilhelm hoch zu Ross an die Zeit der nationalen Einigung. Gegenüber erhebt sich die Festung Ehrenbreitstein, wo heute das Landes- und Rheinmuseum untergebracht ist.
Köln: Köln, eine alte römische Stadt am Rhein, entstand aus der römischen Kolonie „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“, gehörte seit dem Ende des 5. Jh. zum Reich der Franken, wurde von Karl dem Großen zum Erzbistum erhoben und war im hohen Mittelalter eine der größten Städte nördlich der Alpen. Im 2. Weltkrieg versank die Innenstadt in Schutt und Asche. Einzig der im Jahre 1248 erbaute gotische Dom blieb, nur leicht getroffen, in den Trümmern stehen. „Hillig“ nennen die Kölner ihre Stadt aber nicht nur seinetwegen: Denn mit ihren 12 romanischen Kirchen ist sie eine der ältesten Hochburgen des Katholizismus.
Königswinter: Das Städtchen Königswinter liegt am Rhein am Fuße des Petersbergs und bietet Zugang zu Deutschlands meist bestiegenen Berg, dem Drachenfels. Letzterer hat mit der Burgruine aus dem 12. Jahrhundert und der seit 1883 betriebenen Zahnradbahn Königswinters Namen als Fremdenverkehrsort entscheidend mitgeprägt. Der Petersberg hingegen ist als Standort des Bundesgästehauses bekannt geworden. Beide Berge gehören zum Naturpark Siebengebirge, dem ältesten Naturschutzgebiet in Deutschland.
Linz: Das beschauliche Städtchen Linz liegt unterhalb des Westerwaldes direkt am Rhein. Wegen ihrer vielen farbenprächtigen Bauwerke wird die Stadt auch als „Bunte Stadt am Rhein“ bezeichnet. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem die Burg Linz aus dem Jahre 1365 mit einer mittelalterlichen Folterkammer, zwei historische Stadttore – Rheintor und Neutor – sowie die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern.
Mainz: Mainz blickt als Kurfürsten- und Erzbischofssitz auf eine große geschichtliche Vergangenheit zurück. Anno 38 v. Chr. als römisches Feldlager „Moguntiacum“ entstanden, gründete Bonifatius 742 das Erzbistum Mainz, wodurch die Stadt zur Metropole des Christentums in Deutschland wurde. Im 13. Jh. erlebte sie dann als Hauptort des 1245 gegründeten Rheinländischen Städtebundes ihre höchste Blüte. Heute ist Mainz rheinlandpfälzische Landeshauptstadt, eine beliebte Universitätsstadt und bekannt für den Mainzer Karneval.
Mannheim: Die Universitätsstadt Mannheim ist die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs. Als ehemalige Residenzstadt der historischen Kurpfalz bildet sie heute das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar. Im Jahr 1607 erhielt Mannheim die Stadtpriveliegen, nachdem Kurfürst Friederich IV. von der Pfalz den Grundstein zum Bau der Festung Friedrichsburg gelegt hatte. Seit 1896 ist Mannheim eine Großstadt und heute eine bedeutende Handelsstadt. Die Stadt kann vor allem einige wichtige Erfindungen aufweisen. Denn das erste Zweirad wurde in 1817 hier gebaut, das erste Automobil von Carl Benz rollte hier 1886 über die Straßen und das erste Raketenflugzeug der Welt wurde hier 1929 konstruiert.
Miltenberg: Das historische Miltenberg schmiegt sich auf einem schmalen Streifen zwischen Mainknie, Odenwald und Spessart. Zu seinen Sehenswürdigkeiten gehört die um 1200 errichtete Mildenburg, das „Schnatterloch“, der von prächtigen Fachwerkhäusern gesäumte Marktplatz und das Hotel „Zum Riesen“, das vermutlich älteste Gasthaus Deutschlands. Von Miltenberg aus bieten wir den fakultativen Ausflug zum Schloss Mespelbrunn an.
Nürnberg: Nürnberg ist die zweitgrößte Stadt Bayerns und bildet zusammen mit den direkt benachbarten Städten Fürth, Erlangen und Schwabach das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Frankens. Die Geschichte der Stadt Nürnberg ist eng mit der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches verbunden. Die Stadt an der Pegnitz wurde im Jahr 1050 erstmals urkundlich erwähnt und stieg im Mittelalter schon früh in die Reihe der wichtigen Städte des Reiches auf. Heute empfängt die Stadt ihre Besucher mit zahlreichen kunst- und kulturgeschichtlichen Museen, zum Teil mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bauwerken von großem kunst- und kulturhistorischem Wert sowie Gedänkstätten der Opfer der NS-Gewaltherrschaft.
Rüdesheim: Rüdesheim, dessen Weintradition bis auf Karl den Großen zurückreicht, bildet den Endpunkt eines alten Handelsweges. Wegen seiner verkehrsbedingten Bedeutung war der Ort durch vier Burgen gesichert. Nahe dem Bahnhof erwartet Sie die Niederburg, ein Bau der Mainzer Erzbischöfe aus dem 10. Jh., dahinter die Mittelburg, deren Bergfried bis heute erhalten ist. In der Ortsmitte steht noch ein Turmrest der Vorderburg, und am Markt erhebt sich der Adlerturm, einst Teil der vierten Burg. In der Drosselgasse sollten Sie unbedingt ein paar der berühmten Rüdesheimer Weine probieren. Wegen der vielen Besucher, die des Weines wegen schon im 19. Jh. in Scharen nach Rüdesheim kamen, entwickelte sich das Städtchen zu einem der beliebtesten Fremdenverkehrsorte am Mittelrhein.
Speyer: Speyer, die Dom- und Kaiserstadt, blickt auf eine über 2000-jährige stolze und reiche Vergangenheit zurück. Kelten, römische Soldaten, Kriege und Revolutionen, religiöse und weltliche Herrscher und vor allem Bürgerwille haben das Gesicht der Stadt geprägt. Seit 1294 ist Speyer „Freie Reichsstadt“. In ihren Mauern fanden 50 Reichstage statt, darunter auch die für das Abendland so bedeutenden Reichstage von 1526 und 1529, auf denen die endgültige Spaltung der römischen Kirche vollzogen wurde. Der berühmte Dom zu Speyer ist der größte der romanischen Kaiserdome. 1061 wurde sein Bau vollendet, und sechs Türme zieren die dreischiffige Basilika, die das Stadtbild beherrscht.
Trier: In Trier behauptet eine Inschrift am „Roten Haus“, die Stadt sei 1300 Jahre älter als Rom. Tatsächlich wurde Trier 16 v. Chr. von den Römern selbst gegründet. 117 n. Chr. wurde der Ort Hauptstadt der Provinz Belgica prima und später Residenz der Kaiser Maximianus, Constantinus und Konstantin des Großen. Trotz mehrfacher Zerstörung durch germanische Stämme entwickelte sich die Stadt, damals dreimal so groß wie Köln, zu einer Weltstadt des Imperiums, deren Macht erst mit der Vertreibung der Römer endete. Später wurde Trier erst dann wieder bekannt, als es – zur heiligen Stadt erhoben – der erste Bischofssitz jenseits der Alpen wurde.
Zu den berühmtesten Bürgern gehörte Karl Marx, der 1818 hier geboren wurde.
Wertheim: Das romantische Städtchen mit historischer Altstadt, imposanter Burg und fränkischer Gastfreundlichkeit liegt an der Mündung der Tauber in den Main. Hier bauten die Grafen von Wertheim im 12. Jh. die Oberburg. Um 1270 kam die Kapelle hinzu, im 16. Jh. die Unterburg, 1634 wurde die Anlage durch kaiserliche Truppen zerstört. Heute ist nur noch der Palast erhalten. Sehenswert ist die evangelische Stiftskirche. Der spätgotische Bau bietet u. a. mit seiner Portalvorhalle einen reizvollen Anblick.
Worms: Die Nibelungen- und Lutherstadt Worms liegt direkt am westlichen Rheinufer und ist für ihren Dom bekannt, der neben dem Mainzer und dem Speyerer Dom einer der drei romanischen Kaiserdome ist. Die wichtigste Sehenswürdikeit von Worms ist unbestritten das Luther-Denkmal – eine der größten reformationsgeschichtlichen Gedenkstätten weltweit. Aber auch das Nibelungen-Museum ist absolut empfehlenswert. Heute streiten sich die Bewohner von Worms mit Augsburgern, Trierern, Kemptenern und Regensburgern um den Titel der ältesten Stadt Deutschlands.
Würzburg: Würzburg, mit knapp 135 000 Einwohnern die größte Stadt am Mittelmain, vereint drei vermeintlich unvereinbare Merkmale: Da ist zum einen eine lange Kirchentradition, gefestigt durch die jahrhundertelange Herrschaft der Bischöfe als Landesfürsten, die Stadt und Land bis heute prägt. Des weiteren eine steile akademische Karriere, die 1895 an der Universität mit der Entdeckung der Röntgenstrahlung ihren bisherigen Höhepunkt fand. Und drittens die ureigene fränkische Lebensart – gefördert und veredelt durch den weltberühmten Frankenwein! In der Würzburger Residenz treffen sich alljährlich Freunde guter Musik und des edlen Frankenweins zum Barockfest. Zeugen des letzteren sind die vielen Weinkeller in der Stadt. Typisch für Franken ist die historische bauchige Bocksbeutelflasche, in die der Frankenwein abgefüllt wird.