Folgt man der Legende, wurde Kiew von den drei Brüdern Ky, Schtscheck, Khoryv und ihrer Schwester Lybid gegründet und nach dem ältesten Bruder Ky benannt. Die „Kiever Rus“, ein mittelalterliches Großreich, machte die Ansiedlung zur Hauptstadt ihres mächtigen Reiches (9. - 12. Jh.), das die erste Periode der Staatsgeschichte auf russischem Boden überhaupt markiert. Ihre Blütezeit sollte die ständig wachsende Stadt dann unter Prinz Vladimir (980 - 1015) erleben, der Kiew nach seiner Taufe zum religiösen und geistigen Zentrum der russisch-orthodoxen Kirche ausbauen ließ. Nach einer wechselvollen Phase, die 1240 mit der Zerstörung der Stadt durch die Mongolen begann, fiel Kiew 1667 endgültig an Russland und wurde 1703 Hauptstadt eines eigenen Gouvernements.
In der Folgezeit entstanden viele der kuppelgekrönten Sehenswürdigkeiten – unter ihnen die schönsten und prächtigsten Beispiele des ukrainischen Barocks. Im 19. Jh. wuchs die Zahl der Einwohner – begünstigt durch die Industrialisierung – rasch auf über 2 Millionen. Seit der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1991 ist Kiew die Hauptstadt der Ukraine und wird „Die Stadt der goldenen Kuppeln am Dnjepr“ genannt.